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Kommentar zur Woche 37
11.09.2009
Neue Konjunkturprognose von BAKBASEL
Der Umschwung des weltwirtschaftlichen Umfeldes hat früher und stärker eingesetzt als bisher erwartet. Ausschlaggebend ist insbesondere die abnehmende Unsicherheit der Wirtschaftsakteure. Aufholeffekte, wie die Korrekturen für den bis vor kurzem noch massiven Lagerabbau, werden die weltwirtschaftliche Erholung noch bis in das Jahr 2010 hinein antreiben. Hinzu kommen die Impulse der weltweit sehr expansiv ausgerichteten Geld- und Fiskalpolitik, die inzwischen ihre volle Wirkung entfalten. Diese Entwicklung prägt auch die aktuelle Schweizer Konjunkturprognose von BAKBASEL. In der neuen Prognose geht BAKBASEL davon aus, dass der Tiefpunkt bereits im dritten Quartal 2009 erreicht wird. Damit markiert das dritte Quartal das Ende der vom Herbst 2008 bis Sommer 2009 währenden Rezession der Schweizer Wirtschaft. Angesichts der Tiefe des zum Jahreswechsel 2008/2009 verzeichneten Einbruchs ist für das Jahr 2009 insgesamt von einem deutlichen Rückgang des Schweizer Bruttoinlandsprodukts auszugehen. Allerdings fällt dieser aus heutiger Sicht etwas weniger stark aus als bisher erwartet (-1.9% gegenüber -2.5%). Auch die Aussichten für 2010 ha-ben sich damit etwas aufgehellt (+0.5% Wachstum anstatt +0.2%).

Verstärkte Impulse vom Aussenhandel
Stärkere Impulse sind im zweiten Halbjahr 2009 und auch im kommenden Jahr insbesondere vom Schweizer Aussenhandel zu erwarten. Für die realen Exporte von Schweizer Gütern und Dienstleistungen rechnet BAKBASEL nach dem markanten Rückgang vom laufenden Jahr wieder mit einem Wachstum von 2.3 Prozent (2009: -12.1%). Trotz des positiven Ausblicks bleiben die ausländischen Nachfrageimpulse aber vorerst noch zu schwach, um die Schweizer Wirtschaft wieder an ihre «Normalauslastung» heranzuführen. Dies wird die Investitionstätigkeit der Schweizer Unternehmen auch im Jahr 2010 belasten, so dass bei den Ausrüstungsinvestitionen erneut mit einem, wenn auch nur noch leichten, Rückgang zu rechnen ist (-0.4% nach -6.7 % im Jahr 2009).

Konsumdynamik lässt nach
Schwerwiegender wird sich die anhaltende Investitionszurückhaltung hingegen auf den Schweizer Arbeitsmarkt auswirken. Der mit den unterausgelasteten Kapazitäten verbundene Kostendruck wird die Schweizer Unternehmen auch zunehmend zu Entlassungen zwingen. Dies umso mehr, als die ge-genwärtig den Arbeitsmarkt stützenden Instrumentarien wie Kurzarbeit oder Abbau von Überstunden im Jahr 2010 auslaufen. Damit werden weitere Entlassungen unvermeidbar sein. Nach Einschätzung von BAKBASEL wird die um saisonale Effekte bereinigte Schweizer Arbeitslosenquote bis zum Jahresende 2009 auf rund 4.8 Prozent ansteigen (Stand August 2009: 4.0%). Für den Jahresdurchschnitt 2010 ist mit einer nochmals höheren Arbeitslosenquote von 5.1 Prozent zu rechnen, während sich der Rückgang der Erwerbstätigenzahl im Jahresdurchschnitt auf 1.2 Prozent beschleunigt
(2009: -0.3%). Mit der weiterhin negativen Arbeitsmarktentwicklung wird zugleich die bis anhin robuste Dynamik der privaten Konsumausgaben nachlassen (privater Konsum 2010: -0.1%; 2009: +0.8%).

USA: Hohe Arbeitslosigkeit trotz Wirtschafts-Stabilisierung
Das „Beige Book“, der Konjunkturbericht der US-Notenbank (Fed), berichtet über stabilisierte US-Wirtschaft. Anzeichen einer Situationsverbesserung seien in sechs von zwölf Fed-Bezirken zu beobachten. Am Arbeitsmarkt hin-gegen sieht die Situation sehr düster aus. Die Zahl von 216'000 weggefallen Stellen im August fiel zwar etwas niedriger aus als erwartet, dennoch erreichte die Arbeitslosigkeit mit 9.7 Prozent den 26-Jahres-Höchststand.

Europa: Unterschiedliche Industrieentwicklung von De, GB und Fr
Das produzierende Gewerbe stellte in Deutschland im August saison- und preisbereinigt 0.9 Prozent weniger her als im Vormonat. Der Ausstoss in der deutschen Industrie sank dabei um 0.5 Prozent. In Grossbritannien konnte die Produktion der Industrie hingegen wie nie seit Januar 2008 gesteigert werden. Der unerwartet schwungvolle Start ins dritte Quartal ist hauptsächlich der Abwrackprämie für Autos zu verdanken. Für Frankreich sieht Joost Beaumont von der Fortis Bank dank einer durch die Industrie induzierten Erhöhung der Auto- und Satellitenverkäufe eine andauernde Erholung.
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