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Kommentar zur Woche 27
03.07.2009
Hoher Produktivitätsrückgang in der Schweiz
Die tiefe Rezession der Schweizer Wirtschaft zeigt sich auch deutlich in der Produktivitätsentwicklung. Gemäss dem sda-BAKBASEL Stundenproduktivi-tätsindex ist die Schweizer Stundenproduktivität im ersten Quartal 2009 im Vorquartalsvergleich konjunkturbedingt erneut um 0.7 Prozent zurück gegangen. Damit lag das Schweizer Produktivitätsniveau zum Jahresauftakt um 3.3 Prozent unterhalb des entsprechenden Vorjahreswerts. Das ist der kräftigste Produktivitätsrückgang im vom Index erfassten Zeitraum seit 1994. Der rekordhohe Produktivitätsrückgang ist vor allem auf die konjunkturelle Ausnahmesituation im Zuge des stark rezessiven wirtschaftlichen Umfeldes zurückzuführen. Während das reale Bruttoinlandsprodukt der Schweiz im ersten Quartal 2009 mit 2.4 Prozent den stärksten Rückgang seit Mitte der 70er Jahre verzeichnete, wurde die vollzeitäquivalente Beschäftigung im Vorjahresvergleich noch immer ausgeweitet (+1.2%). Angesichts der massiv verschlechterten konjunkturellen Lage – BAKBASEL erwartet für das Schweizer Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2009 einen Rückgang um 2.5 Prozent – ist davon auszugehen, dass die Schweizer Unternehmen ihre Produktionskapazitäten weiter an die weltweit rückläufige Nachfrage anpassen müssen. Instrumente wie Kurzarbeit werden hierfür selbst im Fall der von BAKBASEL für 2010 erwarteten Erholungstendenzen alleine nicht ausreichen. Deswegen muss nach Einschätzung von BAKBASEL für die kommenden Quartale mit einem verstärkten Personalabbau gerechnet werden.

Leichter Anstieg des Schweizer Preisniveaus
Der vom Bundesamt für Statistik (BFS) berechnete Landesindex der Konsumentenpreise verzeichnete im Juni 2009 einen Anstieg um 0.2 Prozent gegenüber dem Vormonat und erreichte den Stand von 103.6 Punkten (Dezember 2005 = 100). Innert Jahresfrist ging die Teuerung um 1.0 Prozent zurück, verglichen mit einer ebenfalls rückläufigen Jahresrate von 1.0 Prozent im Mai 2009. Bei den Hauptgruppen verzeichneten im Juni «Alkoholische Getränke» (+1.3%), «Verkehr» (+1.1%) und «Wohnen und Energie» (+0.8%) die höchsten Zunahmen gegenüber dem Vormonat. Dies aufgrund höherer Tabaksteuern und deutlich gestiegener Preise für Erdölprodukte wie Treibstoffe oder Heizöl. Rückgänge der Preise gab es jedoch bei «Bekleidung und Schuhe» (-4.4%), «Restaurants und Hotels» (-0.1%) und «Gesundheitspflege» (-0.1%). Gegenüber Juni 2008 resultierten die stärkten Preisrückgänge in den Hauptgruppen «Nachrichtenübermittlung» (-5.5%), «Verkehr» (-4.3%), «Wohnen und Energie» (-2.4%) und «Freizeit und Kultur» (-0.6%). BAKBASEL erwartet für das Gesamtjahr 2009 mit einem leichten Rückgang des Preisniveaus von 0.3 Prozent.

Arbeitslosigkeit in den USA steigt weiter
Die Arbeitsmarktsituation in den USA verschlechtert sich weiter. Alleine im Juni gingen 476'000 Jobs verloren. Somit sind gesamthaft 14.7 Millionen Menschen ohne Arbeit. Dies ist der höchste Stand seit 26 Jahren. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 9.5 Prozent. Wie das US-Arbeitsministerium weiter mitteilte, gingen somit seit Beginn der Rezession 6.5 Millionen Arbeitsstellen verloren. Experten und das Fed rechnen damit, dass die Arbeitslosenrate trotz der leichten Erholung der Wirtschaft noch in diesem Jahr die 10 Prozent-Marke überschreiten dürfte. BAKBASEL erwartet für die USA einen realen BIP- Rückgang von 3.0 Prozent im laufenden Jahr.

EZB lässt Leitzins unverändert bei 1.0%
Die europäische Zentralbank (EZB) meldete nach einer gemeinsamen Ratsitzung, dass sie den Leitzinssatz für den Euro-Raum unverändert auf dem Rekordtief von 1.0 Prozent belässt. Der EZB-Präsident Trichet erklärte, dass dieser Zinssatz gemäss den derzeit verfügbaren Konjunkturdaten angemessen sei. Die EZB erwartet eine deutliche Verlangsamung des Abschwungs in den nächsten Monaten und eine Erholung der Wirtschaft mit positiven Wachstumsraten ab Mitte 2010. BAKBASEL rechnet für den Euro-Raum mit einem markanten BIP-Rückgang von 4.7 Prozent in 2009 und einer Stagnation im kommenden Jahr.
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