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Kommentar zur Woche 25
28.06.2010
Euro-Schuldenkrise gefährdet den mittelfristigen Wachstumsausblick für die Schweizer Wirtschaft
Die Schweizer Konjunktur hat sich deutlicher erholt als erwartet. Ausschlaggebend sind insbesondere zwei Faktoren. Zum einen profitieren die Schweizer Exporte in stärkerem Masse von den weltwirtschaftlichen Aufholeffekten als noch vor kurzem angenommen. Zum anderen erweist sich der Schweizer Privatkonsum unerwartet kraftvoll. In diesem Zusammenhang ist auch der erstaunlich resistente und bereits wieder im Aufwärtstrend begriffene Schweizer Arbeitsmarkt zu nennen. Unter Einbezug der genannten Entwicklungen rechnet BAKBASEL für das Jahr 2010 nunmehr mit einem Schweizer Wirtschaftswachstum von 1.9 Prozent (Prognose vom März 2010: +1.2%). Die kräftige Zunahme wird vor allem von den Exporten und privaten Konsumausgaben getragen.

Das hohe Wachstumstempo der letzten Monate wird jedoch nicht beibehalten werden können. Das gilt vor allem für die Schweizer Exporte. Seitens der ausländischen Handelspartner wird sich die Nachfrage nach Schweizer Produkten verlangsamen, da die stimulierende Wirkung temporärer Faktoren – wie des Umschwungs im Lagerzyklus oder der sehr expansiv ausgerichteten Fiskalpolitik – in den kommenden Monaten nachlassen oder sogar restriktiv wirken werden. Die Ausfuhren in den Euroraum werden zusätzlich durch den starken Franken belastet. Für das Jahr 2011 erwartet BAKBASEL deswegen nach wie vor ein moderates Wachstum von 1.7 Prozent.

Die wieder verhaltenere Gangart setzt in den kommenden Quartalen auch der Erholung des Arbeitsmarktes enge Grenzen. Im Jahresdurchschnitt 2011 rechnet BAKBASEL für die Schweizer Arbeitslosenquote nur mit einem leichten Rückgang auf 3.7 Prozent (2010: 3.9%).

Wie BAKBASEL in einem alternativen Szenario zeigt, könnte das Schweizer Wirtschaftswachstum durch die Vertrauens- und Schuldenkrise im Euroraum insbesondere ab dem Jahr 2012 wesentlich stärker belastet werden als gegenwärtig angenommen, was die Schweiz mittelfristig im Schnitt pro Jahr rund 3.8 Mrd. CHF an Wirtschaftskraft kosten würde

Schweiz: 2009 erstmaliger Rückgang des Fremdenverkehrs seit 2003
Gemäss ersten Schätzungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) gaben die ausländischen Reisenden (inklusive Kurzaufenthalter) 2009 in der Schweiz 15 Milliarden Franken aus, rund 600 Millionen weniger als ein Jahr zuvor (-3.8%). Die Ausgaben von schweizerischen Reisenden im Ausland gingen im gleichen Zeitraum um 277 Millionen Franken (-2.4%) auf 11.5 Milliarden Franken zurück. Daraus resultiert ein Aktivsaldo der Fremdenverkehrsbilanz von 3.5 Milliarden Franken (-316 Mio. CHF ggü. Vorjahr).

Kräftiger Anstieg des Schweizer Aussenhandels im Mai
Nach Angaben der Eidgenössischen Zollverwaltung wuchs der schweizerische Aussenhandel im Mai 2010 kräftig – dies erst noch mit einem Arbeitstag weniger als im Vorjahr. Nominal legten die Exporte um 9.9 Prozent zu. Trotz Euro-Schwäche erzielten fast alle Branchen ein Absatzplus, das zudem geografisch breit abgestützt war. Da die Importe (+21.2%) deutlich stärker zulegten als die Exporte, resultierte in der Handelbilanz ein sichtbar niedrigerer Überschuss (0.8 Mrd. Fr.) als in den Vormonaten.

Erhöhung der Effektiv- und Mindestlöhne um 0.7 Prozent im Rahmen der GAV 
Die unterzeichnenden Sozialpartner der wichtigsten Gesamtarbeitsverträge (GAV) in der Schweiz haben für 2010 eine nominale Effektivlohnerhöhung um 0.7 Prozent be-schlossen. Davon werden 0.3 Prozent generell und 0.4 Prozent individuell zugesichert. Das Niveau der Mindestlöhne nahm ebenfalls um 0.7 Prozent zu. Von den Lohnverhandlungen waren insgesamt 935'100 Personen betroffen.
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