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Kommentar zur Woche 20
24.05.2011

Schweiz: Vorübergehende Abschwächung im Tourismusjahr 2011
Gemäss der neusten Tourismusprognose erwartet BAKBASEL für den Sommer 2011 (Mai bis Oktober) gegenüber der Vorjahresperiode einen Rückgang der Zahl der Hotelübernachtungen um rund 1.3 Prozent. Zwar hat sich die weltweite Konjunktur weiter aufgehellt und die meisten wichtigen Volkswirtschaften können wieder solide expandieren, allerdings sind die Aussichten für den privaten Konsum in etlichen Herkunftsmärkten aufgrund hoher Arbeitslosigkeit und privater Verschuldung weiterhin bescheiden. Wichtigster Grund für den erwarteten Rückgang ist jedoch der starke Franken: Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit ist durch die vergangene Aufwertung des Schweizer Frankens stark in Mitleidenschaft gezogen worden, was sich zwar nicht auf den Geschäftstourismus, aber in hohem Masse auf den Freizeittourismus auswirken dürfte.
Der Binnennachfrage kommt in der anstehenden Sommersaison eine stabilisierende Wirkung zu. Während die Auslandsnachfrage voraussichtlich einen Rückgang um rund 2.6 Prozent verzeichnen wird, dürfte die Binnennachfrage das hohe Niveau der Vorjahressaison noch einmal übertreffen (+0.6%).

Nachdem die Zahl der Hotelübernachtungen in der Schweiz im Tourismusjahr 2010 um 1.8 Prozent zulegen konnte, bringt das laufende Tourismusjahr (November 2010 bis Oktober 2011) eine vorübergehende Abschwächung mit sich. Grund für dieses Zwischentief ist in erster Linie der starke Franken. Aber auch andere Faktoren wie der schneearme Winter, der Sondereffekt bei den US-amerikanischen Gästen und der zu erwartende Einbruch bei den Gästen aus Japan spielen eine Rolle. Insgesamt rechnet BAKBASEL mit einem Rückgang der Zahl der Hotelübernachtungen um 1.1 Prozent. Die Binnennachfrage (+0.7%) dürfte stabilisierend wirken, die Auslandsnachfrage (-2.5%) kräftig zurückgehen.

Schweiz: Tourismus kehrt 2012 auf den Wachstumspfad zurück
Im Tourismusjahr 2012 kann die Schweizer Tourismuswirtschaft auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zurückkehren. Zwar wird die Frankenstärke die Tourismusnachfrage noch immer belasten, dennoch dürfte die Talsohle durchschritten sein. BAKBASEL erwartet für das Tourismusjahr 2012 einen Anstieg der Zahl der Hotelübernachtungen um 1.1 Prozent. Die Binnennachfrage vermag um 0.6 Prozent, die ausländische Nachfrage um rund 1.6 Prozent zuzulegen.

Mit einer Beschleunigung rechnet BAKBASEL im Tourismusjahr 2013, in welchem die Zahl der Hotelübernachtungen in der Schweiz voraussichtlich deutlich zulegen wird. BAKBASEL erwartet einen Anstieg um 2.9 Prozent. Vor allem die Auslandsnachfrage dürfte sich mit einer Zunahme um 4.4 Prozent sehr dynamisch zeigen. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass nach vier eher mageren Jahren Aufholprozesse einsetzen werden. Zusätzlich dürften sich 2013 die gestiegenen Investitionen in der Schweizer Hotellerie bezahlt machen und entsprechend einen angebotsseitigen Impuls liefern.

Japan: Zurück in der Rezession
Laut dem Economic and Social Research Institute (ESRI) ist die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt zurück in die Rezession gerutscht. Gemäss den ersten Schätzungen ist das reale Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal im Vergleich zur Vorperiode um 0.9 Prozent geschrumpft. Nach dem Rückgang im letzten Quartal 2010 (-0.8%) ist dies das zweite aufeinanderfolgende Quartal mit einer negativen Entwicklung, was als Definition für eine Rezession angesehen wird. Die bereits schwächelnde Binnenkonjunktur hat durch die mehrfache Katastrophe Anfang März einen erneuten Dämpfer erhalten. Gleichzeitig lieferte im ersten Quartal aber der Aussenhandel einen positiven Wachstumsbeitrag. Nichtsdestotrotz werden die genauen Wirkungen des Erdbebens auf das japanische Wachstum erst in den kommenden Monaten ersichtlich sein. BAKBASEL rechnet im gesamten Jahr 2011 mit einer Stagnation der japanischen Wirtschaftsleistung (+0.1%).



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