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Kommentar zur Woche 16 |
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23.04.2012 |
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Verhaltener Ausblick für die Schweizer Branchen und Regionen 2012 Die Schweizer Wirtschaft ist besser durch den Winter gekommen als erwartet. Auch zeichnen die vorlaufenden Indikatoren heute ein besseres Bild als noch zu Jahresbeginn. Wie Anfang März bekanntgegeben, hat BAKBASEL daher die Prognose zum Schweizer Bruttoinlandsprodukt für das Jahr 2012 um 0.3 Prozentpunkte auf 0.7 Prozent nach oben revidiert. Doch auch damit sind die Aussichten für die Schweizer Regionen und Branchen als weiterhin verhalten zu bewerten – vor allem die Doppelbelastung durch Frankenstärke und Euroland-Rezession verhindert eine schwungvollere Entwicklung in den kommenden Monaten.
Zentralschweiz etabliert sich als Wachstumsleader Die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen sich im laufenden Jahr in allen Landesteilen negativ bemerkbar. In sämtlichen Regionen ist von einer Wachs-tumsabschwächung im Vergleich zu 2011 auszugehen. Die Zentralschweiz dürfte 2012 mit einem BIP-Wachstum von 1.5 Prozent wie bereits 2011 (+2.6%) die beste Performance der Schweizer Regionen erzielen. Die Region profitiert weiterhin von Grossprojekten im Tourismusbereich, einer überdurchschnittlichen Bevölkerungsdynamik und guten Standort- bedingungen.
Wachstumsdelle in der Region Zürich/ Aargau Eine empfindliche Wachstumsdelle kündigt sich hingegen in der Region Zürich/Aargau an, wo die hohe regionale Bedeutung des krisengeplagten Finanzsektors eine Stagnation der Wirtschaft im Jahr 2012 auslöst. Für die übrigen Regionen rechnet BAKBASEL mit einem Wirtschaftswachstum im Bereich des Schweizer Durchschnitts (CH: +0.7%).
Branchen: Zugpferde Uhrenindustrie und Bau, … Die Rezession in der Eurozone und die anhaltende Frankenstärke stellen die Schweizer Branchen auch im laufenden Jahr vor grosse Herausforderungen. Die besten Aussichten haben Branchen, die entweder binnenorientiert ausgerichtet sind oder auf aussereuro- päische Exportmärkte ausweichen können. Somit dürften die Uhrenindustrie und das Bau- gewerbe weiterhin die Zugpferde der Schweizer Wirtschaft bleiben. Der Bau kann dank der robusten Binnenkonjunktur und den günstigen Finanzierungsbedingungen auch 2012 robust expandieren (+1.9%). Die Anfang März angenommene Zweitwohnungsinitiative sollte im laufenden Jahr noch keine spürbaren Auswirkungen haben, da bereits erteilte Baugenehmi- gungen nicht von der Gesetzesänderung betroffen sind. Dynamischste Branche bleibt die Uhrenindustrie (2012: +3.4%). Dank ihrer Fokussierung auf asiatische Wachstumsmärkte kann sie die schwache Nachfrage aus Europa gut verkraften. Da sich jedoch auch in den aufstrebenden asiatischen Schwellenländern die Dynamik 2012 leicht abschwächt, lässt auch in der Uhrenindustrie der Schwung des Vorjahres etwas nach (2011: +8.4%).
… Sorgenkinder Gastgewerbe und Finanzsektor Deutlich verhaltener gibt sich der Ausblick für stark von der Nachfrage aus der Eurozone abhängige Wirtschaftssektoren. In Branchen wie der Investitionsgüter- industrie (+0.7%) oder dem Chemie-/Pharmasektor (+1.1%) ist daher für 2012 neben dem anhaltend hohen Margendruck auch nur mit bescheidenen Wachstums- raten zu rechnen. Der hohe Franken verhagelt vor allem dem Gastgewerbe das Geschäft – dank der robusten inländischen Nachfrage fällt der Wertschöpfungsrück- gang mit 1.8 Prozent zumindest nicht ganz so hoch aus wie im Vorjahr (2011: -3.6%). Neben der weiter im Strukturwandel steckenden Landwirtschaft (-4.5%) ist jedoch der Finanzsektor derzeit das Wachstumsschlusslicht und somit das grösste Sorgenkind der Schweizer Wirtschaft. Die Kombination aus Finanzmarktturbulenzen, dem schwierigen regulatorischen Umfeld und dem Steuerstreit mit den USA und Deutschland belastet den Geschäftsverlauf 2012 erheblich. BAKBASEL erwartet daher einen Wertschöpfungs- rückgang von 1.9 Prozent (2011: +0.1%).
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