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Kommentar zur Woche 10 |
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12.03.2012 |
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Winterhalbjahr besser als erwartet Die Schweizer Wirtschaft hat das Winterhalbjahr 2011/2012 besser überstanden als erwartet. Anstelle der leicht rezessiven Wirtschaftsentwicklung geht BAKBASEL für die zurückliegenden Monate nunmehr von einer Stagnation aus. Auch die konjunkturelle Entwicklung anderer wichtiger Handelspartner der Schweiz, wie den USA oder Deutschland, scheinen von den negativen Effekten der Euro-Krise weniger tangiert als bisher angenommen. Hinzu kommt, dass die Gefahr einer Eskalation der Euro- Schuldenkrise durch die massiven Liquiditätshilfen der EZB und die Umsetzung des aufgestockten europäischen Rettungsschirms deutlich reduziert wurde. Dies wirkt sich nicht nur in einer Verminderung des konjunkturellen Gefahrenpotenzials aus, sondern auch ganz direkt auf die aktuelle Konjunkturentwicklung. Die mit der Risikoverminderung verbundenen Vertrauensgewinne stützen die private Konsum- und Investitionsbereitschaft. Dies gilt zumindest in der kurzfristigen Perspektive. Mittelfristig bleibt zu hoffen, dass die finanziellen Erleichterungen die Reformbereitschaft der im Zentrum der Euro-Krise stehenden Staaten nicht zum Erliegen bringen.
Ausblick bleibt verhalten Insgesamt bleibt das konjunkturelle Erholungspotenzial nach Einschätzungen von BAKBASEL trotz der Entspannung verhalten. Die nach der Rezession des Jahres 2009 in vielen Ländern notwendig gewordenen Entschuldungsprozesse werden die globale Wirtschaft noch längere Zeit belasten. Auch darf nicht übersehen werden, dass zahlreiche Industrieländer, insbesondere in Europa, weiterhin mit grossen konjunkturellen Schwierig- keiten zu kämpfen haben, obwohl sich die Aussichten für Kernländer wie Deutschland und die USA aufgehellt haben. Hinzu kommen neue Belastungsfaktoren wie die zuletzt deutlich gestiegenen Ölpreise, welche sich im Falle eines Kriegsausbruchs im Nahen Osten noch erheblich beschleunigen könnten und ein grosses konjunkturelles Rückschlagspotenzial bergen. Im Rahmen dieses fragilen Umfeldes wird sich das Schweizer Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr 2012 auf 0.7 Prozent abschwächen (2011: +1.9%). Der im Vergleich zur letzten Prognose vom Dezember 2011 gleichwohl bessere Ausblick verdankt sich vor allem den eingangs genannten Faktoren. Die grundlegende Einschätzung einer gegenüber dem Jahr 2011 verminderten Export- und Investitionsdynamik bleibt bestehen. Mit der nur langsam voran- kommenden globalen Erholung bleibt das Schweizer Aufschwungspotenzial auch im Jahr 2013 begrenzt. Nach der Wachstumsdelle des Jahres 2012 rechnen wir mit einem in etwa der Potenzialrate entsprechendem Wirtschaftswachstum von 1.7 Prozent.
Arbeitslosigkeit steigt bis Ende 2012 auf 3.4 Prozent Der Schweizer Arbeitsmarkt zeigte sich bisher gegenüber den konjunkturellen Widrigkeiten als relativ robust. Für die kommenden Monate lassen die vorausblickenden Indikatoren zumindest auf eine stabile Beschäftigungsentwicklung schliessen. Hierzu trägt auch bei, dass die Schweizer Unternehmen wieder verstärkt auf Arbeitsplatz schonende Kostensenkungs- massnahmen wie Kurzarbeit zurückgreifen um die wirtschaftliche Schwächephase zu überbrücken. Grössere Entlassungen im Finanzsektor und in anderen im strukturellen Wandel stehenden Branchen werden jedoch nicht vermieden werden können. Insgesamt erwartet BAKBASEL bis zum Jahresende 2012 einen Anstieg der Schweizer Arbeitslosenquote auf rund 3.4 Prozent (bereinigt um saisonale Effekte, Stand Januar 2012: 3.0%). Dieser Wert dürfte angesichts des verhaltenen konjunkturellen Erholungspotenzials auch im Jahresdurch- schnitt 2013 Bestand haben.
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