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Wirtschaftsatlas der Kantone |
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Glossar und Zusammensetzung der Branchenaggregate |
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Glossar |
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Bruttoinlandsprodukt |
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In gütermässiger Sicht entspricht das Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen dem Geldwert aller in der Berichtsperiode im Inland produzierten Waren und Dienstleistungen nach Abzug des Wertes der im Produktionsprozess als Vorleistungen verbrauchten Güter. Es wird - ausgehend von der Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche zu Herstellungspreisen - durch Addition von Gütersteuern abzüglich Gütersubventionen ermittelt. Es stellt somit den gesamtwirtschaftlichen Produktionswert abzüglich Vorleistungen dar. Das BIP ist das umfassendste Mass für die Leistung eines Wirtschaftsraums. Das BIP wird in jeweiligen Preisen (nominal) und in konstanten Preisen (real) eines bestimmten Jahres errechnet. In konstanten Preisen wird die reale Wirtschaftsentwicklung im Zeitablauf frei von Preiseinflüssen dargestellt. |
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Bruttowertschöpfung |
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Die Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen umfasst die innerhalb eines abgegrenzten Wirtschaftsgebietes erbrachte wirtschaftliche Leistung der einzelnen Wirtschaftsbereiche oder der Volkswirtschaft insgesamt (Inlandskonzept). Sie enthält - nach Abzug aller Vorleistungen - die insgesamt produzierten Güter und Dienstleistungen bewertet zu Herstellpreisen und ist somit der Wert, der den Vorleistungen durch Bearbeitung hinzugefügt worden ist. |
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Erwerbstätige |
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Als erwerbstätig gelten alle Personen, die entweder als Selbständige oder als Angestellte über ein Erwerbseinkommen verfügen, definiert als Personen im Alter von mindestens 15 Jahren, die während einer Referenzwoche mindestens 6 Arbeitsstunden gegen Entlöhnung gearbeitet haben oder weiterhin im Dienst des Arbeitgebers standen, obwohl sie zeitweilig nicht an ihrem Arbeitsplatz waren (Abwesenheit wegen Krankheit, Ferien, Mutterschaftsurlaub, Militärdienst usw.) oder unentgeltlich im Familienbetrieb mitgearbeitet haben. |
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Zusammensetzung der Branchenaggregate |
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Für die volkswirtschaftliche Analyse einer Region ist die Betrachtung der Branchenstruktur und spezifischer Sektoren zumeist unerlässlich. Die Zerlegung der Wirtschaft in zu viele Branchen kann aber auch verwirren und die gesuchten Strukturinformationen verbergen. Deshalb wird ein Konzept verwendet, um die einzelnen Branchen gemäss gemeinsamen Eigenschaften zu Aggregaten zusammenzufassen. Das Hauptkriterium ist dabei die Produktivität (Niveau und Wachstumspotential). Diese Aggregate werden "Drivers" oder auch "Driver-Sektoren" genannt. |
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Informations- und Kommunikationstechnologien (New Economy Sector) |
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Der New Economy Sektor ist gezeichnet durch die neuen Mittel der Informations- und Kommunikationstechnik und war massgeblich für den weltweiten Wirtschaftsboom gegen Ende der 90er Jahre verantwortlich. Die Branchen des New Economy Sektors zeichneten sich in den letzten Jahren durch überdurchschnittliche Zuwachsraten sowie ein vergleichsweise hohes Niveau der realen Stundenproduktivität aus. |
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- EDV-Geräte (NOGA a30) - Geräte der Elektrizitätserzeugung und Nachrichtentechnik (NOGA a3132) - Nachrichtenübermittlung (NOGA a64) - Informatikdienste (NOGA a72) |
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Strukturstarke Industrien (Old Economy Sector) |
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Die strukturstarke Old Economy umfasst die Bereiche der traditionellen Industrien, welche sich zumeist durch eine sehr wertschöpfungsintensive Produktion und somit überdurchschnittliche Produktivitätsniveaus auszeichnen. Ihnen gelingt es auch an traditionellen Industriestandorten, im weltweiten Innovationswettbewerb zu bestehen. |
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- Chemisch-pharmazeutische Industrie (NOGA a24) - Feinmechanik, Optik, Uhren (NOGA a33) - Fahrzeugbau (NOGA a3435) |
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Politische Branchen (Political Sector) |
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Der politische Sektor enthält neben der öffentlichen Verwaltung Branchen wie Gesundheits- und Unterrichtswesen sowie Energie- und Wasserversorgung oder die Landwirtschaft. Diese Bereiche stehen nach wie vor unter starkem Einfluss der öffentlichen Hand. Bei einer wettbewerbsorientierteren Gestaltung der Rahmenbedingungen sind aus den Bereichen des politischen Sektors zukünftig Impulse zu erwarten. Forschung und höhere Bildung gelten als ausschlaggebend für die Entwicklung von Metropolen. |
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- Land-, Forstwirtschaft (NOGA a0105) - Energie-, Wasserversorgung (NOGA a4041) - Forschung und Entwicklung (NOGA a73) - Öffentliche Verwaltung, Sozialversicherung (NOGA a75) - Unterrichtswesen (NOGA a80) - Gesundheits- und Sozialwesen (NOGA a85) - Abwasser, Abfallbeseitigung, sonst. Entsorgung (NOGA a90) |
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Städtische Dienstleistungen (Urban Sector) |
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Der urbane Sektor umfasst zum einen Bereiche wie Finanzdienste und unternehmensbezogene Dienstleistungen. Die Erbringung dieser Dienstleistungen ist zumeist mit einem räumlich sehr engen Kundenkontakt verbunden. Somit kann für diese Branchen eine verstärkte Konzentration in Städten ausgemacht werden. Zum anderen enthält der urbane Sektor Dienstleistungen des alltäglichen Bedarfs wie Handel, Gastgewerbe, Persönliche Dienstleistungen, Immobilienwesen, Vermietung und Verkehr. Für diese Dienstleistungsbereiche kann ebenfalls eine zunehmende Konzentrierung in grösseren Städten ausgemacht werden. Dieser Trend wird zusätzlich durch demographische Faktoren unterstützt. Ein Grossteil der angesprochenen Dienstleistungsbereiche verspricht weiterhin hohe Wachstumspotenziale, da auf sie ein zunehmend steigender Anteil der real verfügbaren Einkommen entfällt. |
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- Handel, Garagengewerbe, Reparatur (NOGA a5052) - Gestgewerbe (NOGA a55) - Verkehr (NOGA a6063) - Finanzsektor (NOGA a6567) - Immobilienwesen (NOGA a70) - Vermietung (NOGA a71) - Unternehmensbezogene Dienstleistungen (NOGA a74) - Interessenvertretungen und sonstige Vereinigungen (NOGA a91) - Unterhaltung, Kultur und Sport (NOGA a92) - Persönliche Dienstleistungen (NOGA a93) - Private Haushalte (NOGA a95) |
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Traditionelle Industrien (Traditional Sector) |
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Der traditionelle Sektor beinhaltet diejenigen Industriebranchen, welche nicht der strukturstarken Old Economy zugeordnet werden können. Dies sind Branchen wie Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren, Textil und Bekleidung, Papierherstellung usw. Eine Vielzahl dieser in der Vergangenheit sehr bedeutsamen Branchen hat in den letzten Jahren in Westeuropa und Nordamerika ihre Funktion als Wachstumstreiber verloren und sah sich einer zunehmenden Auslagerung in Schwellen- oder Entwicklungsländer unterworfen. Für die westeuropäische Region kann allerdings eine Spezialisierung auf die oberen Wertschöpfungssegmente des traditionellen Sektors Wachstum generieren. |
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- Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden (NOGA a1014) - Nahrungsmittel, Getränke, Tabak (NOGA a1516) - Textil, Bekleidung, Lederwaren, Schuhe (NOGA a1719) - Be- und Verarbeitung von Holz (NOGA a20) - Papier-, Karton-, Verlags-, Druckgewerbe (NOGA a2122) - Mineralölverarbeitung (NOGA a23) - Gummi- und Kunststoffwaren (NOGA a25) - Glas, Keramik, Beton, Zement etc. (NOGA a26) - Metall, Metallerzeugnisse (NOGA a2728) - Maschinenbau (NOGA a29) - Sonst. verarb. Gewerbe (NOGA a3637) - Baugewerbe (NOGA a45) |
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