Oktober 2007
Im Auftrag von Interpharma untersuchte BAK Basel Economics in Zusammenarbeit mit Plaut Economics zum zweiten Mal nach 2005 die volkswirtschaftliche Bedeutung der Pharmaindustrie. Ausserdem wurde der Einfluss verschiedener Standortfaktoren und Rahmenbedingungen auf Innovation analysiert. Spezielles Augenmerk wurde dabei auf den Regulierungseinfluss auf Innovationstätigkeit gelegt und die Problematik anhand des Fallbeispiels der Pharma-Industrie vertieft analysiert.
Volkswirtschaftliche Bedeutung der Pharma-Industrie Die Pharmaindustrie ist eine Schlüsselbranche und ein bedeutender Wachstumsmotor der Schweizer Volkswirtschaft. Im Jahr 2006 hingen insgesamt 118 000 Arbeitsplätze an der Pharmaindustrie. Die Branche weist eine überdurchschnittlich hohe Produktivität auf und ist direkt und indirekt für eine Wertschöpfung von 22 Milliarden Franken verantwortlich, was einem Anteil von knapp fünf Prozent am nominalen Bruttoinlandprodukt entspricht. Die Branche hat zudem ihre Exporte seit 1990 fast versechsfacht und steuert heute gut einen Viertel zu den Gesamtexporten der Schweiz bei.
Regulierungsdilemma: tiefe Preise versus Innovationsreichtum Innovationen sind ein wichtiger Wachstumsfaktor unserer Volkswirtschaft. Rund die Hälfte des wirtschaftlichen Wachstums ist auf technischen Fortschritt und damit auf Innovationen zurückzuführen. Bei der Umsetzung von innovationsfördernden Massnahmen kann es aber zu einem Regulierungsdilemma kommen. Dabei geht es insbesondere um das Abwägen zwischen kurzfristigen Preiseffekten und langfristigen Wachstumsimpulsen.
Die Innovationstätigkeit in der Pharmaindustrie unterliegt verschiedenen Einflussfaktoren, die ihrerseits von Regulierungen beeinflusst oder gar vollständig gestaltet werden. Innovationsanreize sind für die Pharmaunternehmen dann besonders ausgeprägt, wenn eine angemessene Rendite erwirtschaftet werden ann. Empirische und theoretische Studien zeigen, dass die erwartete Rendite dabei umso höher ist, je stärker der Patentschutz ist, je unverzögerter die Markteinführung auf grossen Märkten erfolgt, je stärker der Versicherungsschutz für innovative Medikamente ist und je besser Preisdifferenzierungen durchgesetzt werden können.
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